Unser Campertop – warum es genau diese Lösung wurde

Ein neuer Anfang nach dem Pajero‑Unfall

Nach dem Unfall mit unserem Pajero, in dem wir geschlafen und gelebt haben, standen wir vor einer großen Entscheidung. Wir wollten die Chance nutzen, uns zu vergrößern, aber ein klassisches Wohnmobil fühlte sich für uns nicht richtig an. Auch ein Transporter, den man zum Camper umbaut, war keine Option. Wir wollten etwas, das zu uns passt – flexibel, robust und trotzdem gemütlich. So kamen wir zum PickUp, genauer gesagt zum anderthalb Kabiner. Die Ladefläche ist dadurch nicht mehr 1,50 m, sondern 1,80 m lang, und diese zusätzlichen 30 cm verändern alles. Sie geben uns mehr Raum zum Leben, zum Schlafen und zum Durchatmen.

Als der Mitsubishi L200 feststand, begann die Suche nach dem passenden Campertop. Der Hauptgrund dafür war ganz klar: Wir wollten mehr Platz im „Camper“. Wir wollten uns umziehen können, ohne uns zu verrenken. Wir wollten drinnen sitzen und kochen können, wenn es draußen ungemütlich ist. Genau diese Punkte waren der Auslöser für unsere Vergrößerung. Wir wollten nicht nur ein Auto, sondern einen kleinen, flexiblen Lebensraum auf Rädern.

Die Suche nach dem richtigen Hersteller

Die Auswahl war überraschend klein. Für Mitsubishi‑Modelle gibt es generell wenig Campertops, und für anderthalb Kabinen wird es noch schwieriger. Dazu kam, dass uns die Zeit im Nacken saß. Wir wollten keine Lieferzeit von einem Jahr oder länger. Am Ende blieben zwei Hersteller übrig: Ortec und 50ten.

Ortec schied schnell aus. Die Lieferzeit lag bei etwa eineinhalb Jahren, und das Bett musste zusammengeschoben oder selbst gebaut werden. Wir wollten aber ein Bett, das sich hochklappen lässt – praktisch, schnell und stabil. Bei 50ten sah die Sache anders aus. Die Lieferzeit lag bei drei bis sechs Monaten, und das Bett war direkt als Hochklapp‑Variante geplant. Damit waren unsere wichtigsten Wünsche erfüllt, und die Entscheidung war gefallen.

Der Prozess selbst war unkompliziert. Die Kommunikation lief gut, die Termine waren klar strukturiert. Einbringen, Reservetag, Abholen. In der Theorie perfekt. In der Praxis gab es bei einem vorherigen Projekt Verzögerungen, sodass unser Reservetag genutzt wurde, um unser Campertop überhaupt erst zu montieren. Das hat den Ablauf etwas durcheinandergebracht, aber am Ende hat trotzdem alles funktioniert.

Der Moment, in dem alles „fertig“ wirkte

Als wir den L200 zum ersten Mal mit montiertem Campertop gesehen haben, war das ein besonderer Moment. Optisch sah das Auto plötzlich ganz anders aus – erwachsener, stimmiger, irgendwie „fertig“. Natürlich fährt sich ein Fahrzeug mit Campertop anders, man merkt das zusätzliche Gewicht und die veränderte Aerodynamik. Aber dieses Gefühl, ab sofort mit dem Camper überall hinfahren und schlafen zu können, war unbeschreiblich. Selbst ohne Innenausbau war klar: Es geht jetzt wirklich jederzeit. Wir müssen nicht mehr überlegen, ob wir irgendwo eine Unterkunft finden. Wir haben sie dabei.

Den Innenausbau haben wir selbst übernommen – das ist ein eigenes Kapitel und bekommt einen eigenen Blogbeitrag. Für uns war das wichtig, weil wir den Raum genau so gestalten wollten, wie wir ihn brauchen. Praktisch, minimalistisch und ohne Schnickschnack. Von außen sieht man übrigens gar nicht, dass es ein Camper ist. Das gefällt uns besonders gut. Das Campertop wertet das Auto optisch auf, ohne laut zu schreien: „Ich bin ein Wohnmobil.“

Wenn ich den Charakter unseres Campertops beschreiben müsste, würde ich sagen: Es ist sehr praktisch, bewusst minimalistisch und genau auf das ausgerichtet, was wir brauchen. Es bietet uns Platz, ohne überladen zu wirken. Es fügt sich optisch in das Gesamtbild des L200 ein und macht aus einem PickUp ein Reisefahrzeug, das zu uns passt.

Was ich anderen mitgeben möchte

Wenn du selbst über ein Campertop nachdenkst, dann schau zuerst auf den Preis und die Lieferzeit. Überlege dir genau, welche Wünsche und Bedürfnisse du hast. Was soll dein Camper an Platz bieten? Was darf auf keinen Fall fehlen? Und auf was könntest du im Zweifel verzichten? Es hilft enorm, sich Pro‑ und Contra‑Listen zu schreiben und wirklich ausgiebig zu recherchieren.

Gehe auf Offroad‑Messen, vor allem in die Camper‑Bereiche, sprich mit den Menschen vor Ort und schau dir verschiedene Campertops und Innenausbauten live an. Manchmal merkt man erst im direkten Vergleich, was sich richtig anfühlt. Vielleicht reicht für den Anfang auch ein Dachzelt, bevor es ein komplettes Campertop wird. Es gibt viele verschiedene Lösungen mit demselben Ziel: mit dem Auto unterwegs sein und von überall aus schlafen können.

Am Ende muss die Lösung zu dir passen – zu deinem Leben, deinen Reisen und deinem Bauchgefühl. Nur dann wird aus einem Auto mit Aufbau ein Zuhause auf Rädern.

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